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Maria Magdalena
Anmerkung zur Bergpredigt Jesu
Jesus sagt, im Mittelpunkt des menschlichen Lebens steht die Liebe. Alles was ihr könnt, eure Leistungen, eure Fähigkeiten, sowohl die Geistigen als auch alle Anderen, die soziale Anerkennung, letztlich alles was Menschen so ungeheuer wichtig ist, ist wertlos wenn der Menschen, jeder einzelne von uns, keine Liebe hat.
Ich höre euren Einwand, Liebe hat doch jeder, mal mehr mal weniger, aber ganz ohne Liebe ist niemand. Aber es geht nicht um die körperliche Liebe, so wichtig Sie für den Einzelnen und für die Schöpfung ist. Liebe bedeutet, langmütig sein, einen nicht enden wollenden Mut für einander aufbringen und diesen Mut Tag für Tag neu einüben. Liebe sucht nicht den eigenen Vorteil, Sie prahlt nicht, ist nicht aufreizend und nicht nachtragend. Liebe fordert, dass wir einander mitnehmen auf ihrem Weg, dass wir uns selbst mitnehmen lassen, von anderen.
Von diesem Ziel sind wir alle noch weit entfernt aber ein Ziel ist dazu da, um nach Ihm zu streben, alles zu tun um es zu erreichen. Wir sind Menschen, jeder mit seinen eigenen Fehlern und Schwächen und dies trifft gleichermaßen auf Männer und auf Frauen zu.
Es bleibt uns nicht erspart Liebe zu buchstabieren, in der Gewöhnlichkeit und Alltäglichkeit des Lebens. Was wir dann sehen ist, es geht nicht um Liebe als ein unklares Glücksgefühl, nicht um Idylle oder heile Welt für einen Augenblick. Es geht darum den Andern dort sehen zu wollen und ihn dort zu lieben wo er wirklich ist.Menschen die die Liebe leben, fliehen nicht vor Schwierigkeiten, die Liebe bleibt trotz aller Schwierigkeiten und Sie ist jene Kraft, die uns zwingt ja zu sagen, dort wo ich im Moment keinen Ausweg sehe, ja zu sagen obwohl ich mich unendlich enttäuscht fühle, ja zu sagen obwohl ich mir mit meinen Eigenarten häufig selbst im Wege stehe. Liebe wäre jedoch falsch verstanden, wenn Sie bedeuten würde alles zu dulden, alles zu glauben, alles zu hoffen, alles zu zu tragen, dies wäre nicht Liebe sondern Unterwerfung.
Hütet euch vor diesem falschen Weg, Ihn hat Jesus nicht gewollt. Jesus fordert klar und eindeutig die bewußte Liebe, die nicht aufhört und die damit die größte Herausforderung für uns Menschen ist. Liebe ist nicht an Bedingungen geknüpft dies ist schwer zu ertragen für Menschen, die ihre Beziehungen fast ausschließlich an Bedingungen knüpfen. Wir müssen hoffen, dass Gottes Liebe uns auch in unserer menschlichen Begrenztheit trägt. Behaltet es immer im Gedächtnis, Gott ist nicht Gewalt, nicht Unterwerfung, nicht Herrschaft oder Rache, Er ist Liebe.Gehen wir gemeinsam auf dem Weg der Liebe und überzeugen wir so viele Menschen wie möglich von diesem einzigen in die Zukunft und zu Gott führenden Weg. Immer im Wissen, dass dieser Weg nicht einsehbar und schon gar nicht übersehbar ist, dass wir diesen Weg oft nicht weiter gehen wollen, weil uns Vertrauen und Hoffnung so schwer fallen, dass wir den Weg der Liebe nur begrenzt gestalten können, weil wir uns in einem menschlichen Beziehungsgeflecht befinden.
Nehmen wir allen unseren Mut zusammen um den Weg der Liebe gemeinsam so zu gehen, wie Jesus ihn vorgezeichnet hat.
Ihr Prior Valentin

