Home Geschichte Maria Magdalena – First Lady
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Wer war diese Frau

... über die wir so wenig und unter dem Wenigen so viel Falsches wissen. Dies soll eine kleine und bei weitem nicht vollständige Information sein über eine Frau die wir zur heutigen Zeit als First Lady bezeichnen würden und genau dies war sie zur Zeit Jesu. Nehmen wir das neue Testament, dort werden bei sieben Gelegenheiten Begleiterinnen Jesu erwähnt. Dies ist für eine Männergesellschaft an und für sich schon bemerkenswert. An sechs der sieben Textstellen an denen Frauen aufgezählt werden, steht Maria Magdalena an erster Stelle und sie ist die Erste mit der Jesu nach der Auferstehung spricht. Maria Magdalena war eine der wichtigsten Personen im Leben Jesu, sie war diejenige – die Christus mehr liebte als alle seine Jünger- , sie war die Erste unter den Jüngern – die an Wissen und Weitblick sowie Einsicht Petrus bei weitem übertraf. So steht es im Evangelium nach Jacobus.

Als Sünderin und Prostituierte wurde sie 300 Jahre nach ihrem Tode diffamiert, dies nur aus einem einzigen Grund, Sie stand noch immer Männern, vielen Bischöfen und Kaiser Konstantin im Wege. Sehen wir uns das Neue Testament an und interpretieren wir die Aussagen unter dem Hintergrund der damaligen Zeit. Was also sagt die Bibel tatsächlich? Halten wir fest, es wird an keiner Stelle von Maria Magdalena als einer Prostituierten gesprochen. Zwei kurze Bemerkungen, eine bei Lukas (8.2) und eine bei Markus (16.9) sprechen von einer Frau, von der er (Jesu) sieben böse Geister(Dämonen) ausgetrieben hat. Nicht mehr und nicht weniger. Stellen wir einen Bezug zu Maria Magdalena her und fragen uns, was hat es mit diesen sieben bösen Geistern auf sich? Maria war zu Jesu Zeit eher ein Titel als ein Name, so werden mehrere Marien mit Jesus in Verbindung gebracht. Deutlich wird dies im nichtkanonischen Philippusevangelium – Maria seine Mutter, Maria seine Schwester und Maria (Magdalena) seine Gefährtin hatten ständigen Umgang mit ihm-. Noch heute stellen Frauen die in Klöstern leben den Namen Maria ihrem Vornamen voran. Bis zu ihrer Verlobung wurden die Marien der Zeit Jesu und natürlich im jüdischen Kontext, in einer klösterlichen Umgebung an heiligen Orten aufgezogen. In dieser Zeit unterstanden sie Priestern, die als Repräsentanten der sieben Lichter der Menora galten und sieben Dämonenpristern die zur Überwachung und Beaufsichtigung der zölibatär lebenden Marien eingesetzt waren. Mit der Verlobung und Eheschließung wurden die Frauen aus der Obhut der Dämonenpriester  entlassen, sie wurden von diesen sieben Dämonen und den keuschheitsregeln befreit.

Als die sieben bösen Geister von ihr – ausgefahren waren- wurde Maria Magdalena aus dem Kloster entlassen um die Ehe zu schließen. Nun kennen wir den Hintergrund.

Maria Magdalena war von edler Geburt. So steht es im Manuskript von Erzbischof Hrabanus Maurus (783-865) Erzbischof von Mainz und Abt des Klosters Fulda. Sie war aus dem Königshaus der Makkabäer(oder auch Hasmonäer) die Jerusalem 166 vor Christus bis 63 vor Christus regierten. Im sechsbändigen Werk Hrabanus, welches viele Aufzeichnungen aus dem 4 Jahrhundert über Maria Magdalena enthält „ De vita Beatae Maria Magdalena“ genannt, wird das Leben Von Maria Magdalena beschrieben. Der Text befindet sich heute an der Universität in Oxford in England, an der sich auch das Magdalen College befindet.

Warum also wurde Maria Magdalena diffamiert? Warum wurde sie ins Abseits gedrängt?

Zunächst halten wir fest, und dies als großen Wiederspruch, dass es in England und in Frankreich schon seit Jahrhunderten zahlreiche Kirchen gibt, welche Maria Magdalena geweiht sind.

TemplerDer Zisterzienserabt Bernhard von Clairvox führte 1128 anlässlich der kirchlichen Anerkennung der Templer den Treueid der Templer auf Maria Magdalena ein und der französische König Ludwig XI (1461-1483) beharrte auf der dynastischen Stellung Maria Magdalenas im Königsgeschlecht Frankreichs. Wieso wurden dies Positionen von der amtlichen Kirche nicht geteilt, welche Gefahr stellte Maria Magdalena für Sie dar? Halten wir uns an die Fakten. Den Evangelien des neuen Testaments entnehmen wir, Maria Magdalena war die ständige Begleiterin und Förderin Jesu, seine Gefährtin. Zu Jesu Mutter und Schwester stand Sie in engster Verbindung. Sie war bei der Kreuzigung vor Ort und begleitete Jesu zu Grabe, Sie war diejenige die nach der Auferstehung als Erste mit Jesu sprach. Nichts davon ist umstritten. Ihre Loyalität übertrifft die der Apostel bei weitem. Nochmals warum die Ausgrenzung? Es hatte Gründe wie wir in der Folge sehen werden. Desposyni ein Begriff den ein Mitglied des Jesuitenordens Pater Malachi Martin, dreißig Jahre im Dienste des Heiligen Stuhl, wieder ins öffentliche Bewusstsein brachte. Diese Bezeichnung ist die höchste Auszeichnung für einen Menschen und bedeutet „Erben des Herrn“ und war Blutsverwandten Jesu vorbehalten und zwar denen die mütterlicherseits mit Jesus blutsverwandt  waren. Der Begriff „Desposyni“ wurde erstmals nach der Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt auf die Erben – auf die „die zu ihm gehören“ angewandt.
Maria Magdalena floh im Jahre 44 mit Unterstützung des jungen Herodes Agrippa II nach Gallien ins herodianische Anwesen in Vienne nahe Lyon. Wir können heute Übereinstimmung zwischen dem römischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus und dem Historiker Julius Africanus von Edessa feststellen, die dies beide bestätigen.
In der Offenbarung des Johannes (Apokalypse) berichtet er neben Magdalenas Flucht ins Exil von ihrer Schwangerschaft und ihrer großen Qual bei der Geburt. Vergessen wir in diesem Zusammenhang nicht, dass Maria Magdalena als die Gefährtin des Herrn bezeichnet wurde und dies nach allen schriftlichen Überlieferungen auch war. Wichtige biographische Quellen in Bezug auf Maria Magdalena sind die sogenannten apokryphen Schriften, wie das Evangelium nach Maria Magdalena und das Protoevangelium. Die Grabstätte Maria Magdalena befindet sich in der Abtei in Saint-Maximine-la-Saint-Baume, rund 48 km von Marseille entfernt.

Abtei in Saint-Maximine-la-Saint-BaumeDie Merowinger, ein französisches Königsgeschlecht, welches etwa 300 Jahre in Franken herrschte, führt seine Abstammung auf König David zurück. In dieser Linie befinden sich auch die Nachkommen der Maria Magdalena. Die Merowinger waren die Erben der „Desposyni“ über Sie ist das Geschlecht bis in die heutige Zeit überkommen.

Wesentlich für die Neubewertung von kirchlichen Dogmen sind die im 18 Jahrhundert entdeckten „Pistis Sophia“ und der 52 Nag Hammadi Schriften aus dem Jahre 1945. Die Übersetzung letzterer Schriften wurde erst im Jahre 1970 veröffentlicht. So stehen uns, nachdem das Neue Testament über 1500 Jahre die einzig verfügbare Quelle war, weitere Erkenntnisse zur Verfügung. Wir haben uns neben den eigenen verfügbaren Quellen intensivst mit diesen neuen Dokumenten auseinandergesetzt.

Im Neuen Testament wird zum Ausdruck gebracht „Jesus habe Maria Magdalena geliebt“, es ist eine sehr enge Verbindung. Das Philippusevangelium ist  da sehr viel offener und direkter und aus diesem Grunde abgelehnt. Nehmen wir die Aussagen im Zusammenhang:

Der Heiland liebte Maria Magdalena mehr als alle Jünger und er küsste sie oftmals auf ihren Mund (die übrigen Jünger nahmen daran Anstoß und brachten ihre Missbilligung zum Ausdruck). Sie sagten zu ihm „weswegen liebst du sie mehr als uns alle?“ Der Heiland antwortete und sprach zu ihnen „Weswegen liebe ich euch nicht so wie sie? Das Geheimnis der Hochzeit ist groß. Denn ohne Sie würde die Welt nicht bestehen, denn der Bestand der Welt sind die Menschen. Der Bestand der Menschheit aber ist die Hochzeit.“

Das auf den Mund küssen hat in der jüdischen Gesellschaft ausdrücklichen Bezug auf die heiligen Pflichten der Braut und des Bräutigams und nichts mit außerehelicher Liebe oder Freundschaft zu tun, in letzterem Zusammenhang war der Kuss auf den Mund verboten.

Es ist ein erstaunlicher Vorgang, wenn Petrus nach Jesu Tod, Maria Magdalena auffordert „Schwester wir wissen, dass der Erlöser dich mehr liebte als die anderen Frauen. Sag uns die Worte des Erlösers, an die du dich erinnerst, die du kennst, wir aber nicht und die wir auch nicht gehört haben“. Nicht erstaunlich ist hingegen die sofort folgende Reaktion von Andreas und Petrus, welche sofort den Wahrheitsgehalt der Aussagen Maria Magdalenas bezweifeln, es passt nicht in ihr Weltbild. Nur Levi stellt sich auf die Seite Maria Magdalenas und gegen Petrus „Wenn der Erlöser diese Frau würdig gemacht hat, wer bist dann du, sie zu verwerfen“.

Unter Berücksichtigung dieser Vorgänge ist es nur folgerichtig, das Kaiser Konstantin und die zum Konzil anwesenden Bischöfe dieses und andere Evangelien nicht in den Kanon der Bibel aufnahmen. Es war für die männlich dominierte Kirche untragbar, die Rolle der Frau Maria Magdalena im Leben von Jesus zu akzeptieren. Die Erben Maria Magdalenas wurden als Bedrohung für das Reich und die Kirche angesehen. Mehrfach versuchten Herrscher die Desposyni zu vernichten. Das Neue Testament entstand aus der Unterdrückung einer Mehrheit von Evangelien, welche vor allem Maria Magdalena eine herausgehobene Rolle zuordneten. Dies war das Ergebnis des Konzils von Karthago, im Übrigen keineswegs einstimmig. Hier wurden auch die Grundlagen für die Trennung in Ost- und Westkirche gelegt.

Das bisher gesagte bedeutet nicht, dass die vier kanonischen Evangelien ungenau sind. Sie wurden an manchen Stellen ohne Kenntnis der Tradition, der jüdischen Geschichte falsch übersetzt oder interpretiert. Ein Beispiel, welches ohne die Funde von Qumran nicht möglich wäre, soll dies verdeutlichen. Die Geburt Jesu wird ins Jahr 4 vor Christus (Mathäus) und an anderer Stelle ins Jahr 6 nach Christus datiert. Worauf bezieht sich diese Differenz? Es geht um zwei verschieden Ereignisse, welche als Geburt bezeichnet werden. Zuerst die physische Geburt, dann die Geburt in die Gemeinschaft als symbolisches Ritual der Wiedergeburt. Die Tradition der Essener z.B. legt zwölf Jahre zwischen diese Ereignisse. Dies hat einen zweiten Übersetzungs- und Interpretationsfehler zur Folge, Lukas 2.41-50 Jesu verbleibt im Tempel betreffend. Jesu wird als Zwölfjähriger geschildert. Es handelt sich jedoch um das zwölfte Jahr nach der Einführung (Wiedergeburt) in die Gemeinde. Somit war Jesus in Wahrheit 24 Jahre alt und seine Aussage“ wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem was meines Vaters ist?“  ist damit weniger wundersam.

Um das Neue Testament und die weiteren Evangelien sowie die Rolle Maria Magdalenas zu verstehen, müssen wir uns mit den Bräuchen und Terminologien der Zeit in der Jesu und Maria Magdalena lebten auseinandersetzen, wir müssen sie verstehen.

Es gibt keinen Grund für den Menschen Jesu, der als Mensch unter Menschen lebte und königlichen Geblüts war, als Rabbi angesprochen wurde, nicht als Mensch und damit gegen die jüdische Tradition zu leben.

Sein Tod der durch die Römer veranlasst wurde, ist genau auf diesen königlichen Anspruch hin erfolgt. Werfen wir einen kurzen Blick auf die Entstehung der Evangelien.

Damit bei der Interpretation der kommenden Absätze keine falsche Einschätzung entsteht, bezüglich der Haltung des Ordens zu Jesu, sei unterstrichen, für uns ist Jesu ein herausragender Prophet, ein sicher vorbildlicher Mensch und der Sohn Gottes . Wir vertreten die Grundsätze seiner Lehre auch über die Evangelien des neuen Testamentes hinaus, wir sind Christen im besten inhaltlichen Sinne dieser Bezeichnung.

Ungenauigkeiten in der Bibelübersetzung haben zu nicht unerheblichen Fehlern und falschen Interpretationen geführt. Beispiele sind aus einem Meister seines Fachs (hotekton) wird Zimmermann (bezogen auf Josef), aus junger Frau (almah) wird Jungfrau und mit derselben Ungenauigkeit wird bei Lukas(7.37) Maria als Sünderin übersetzt, das Originalwort „Harmartölos“ bedeutet jedoch „jemand der von der Konvention abweicht“ und dies hat nichts mit Sünde zu tun.

Paulus und dies ist belegt, förderte Frauen in seiner Umgebung auch als Diakone, dies durfte ein Jahrhundert später nicht mehr sein und so änderte Tertullian auch Inhalte von Schriftstücken aus Paulus Feder. Noch zu seinen Lebzeiten warnte Paulus selbst vor Briefen, die nicht von ihm verfasst waren. 

Bezug zur Verbindung Maria Magdalenas mit Jesus finden wir in durch vielfältige Hinweise, auch im neuen Testament. Es ist nur die Frage, ob wir bereit sind dies zu sehen und im Zusammenhang zu interpretieren. Jesus war Sohn Gottes, Mensch und Jude. Er hat als Mensch und Jude gelebt also auch die wesentlichen Regeln und Gesetze des Judentums beachtet und befolgt.

Hochzeit zu KanaAuf der Hochzeit zu Kana werden die Diener von Maria aufgefordert „was er euch sagt (Jesu) das tut“, da kein Gast das Recht gehabt hätte, Anweisungen oder Befehle zu erteilen,  könnten wir zur Annahme komen, Jesus war Gastgeber. Was nicht sehr wahrscheinlich erscheint, war die Verwandlung von Wasser in Wein, dies wurde schon dem Weingott der Griechen und Römer zugeschrieben, ein schönes Märchen. Was geschah wirklich? Jesus nahm einen Tabubruch mit der jüdisch-pristerlichen Tradition ganz bewusst und an diesem Tag vor. Gemeinderegeln gaben vor, dass das Trinken von Wein bei solchen Gelegenheiten Vorrecht der Priester und Leviten war. Alle anderen Anwesenden mussten sich mit der rituellen Waschung mit Wasser begnügen. Jesus brach mit dieser Tradition, indem er den Gästen gestattete, von dem heiligen Wein zu trinken und auf das Reinigungsritual zu verzichten. Es wurde also zusätzlicher Wein gebracht, nicht verwandelt. Genau dies war jedoch nur der Hauptperson an einem solchen Tag möglich.

 

 
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